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Lehrveranstaltungen

 

Poetisches Denken: Paradoxale Erkenntisformen und sprachmediale Reflexionen in slavischer Dichtung des 20. Jh. aus weltliterarischer Perspektive

Dozent/in:
Simone Guidetti
Angaben:
Seminar/Übung, 2 SWS, ECTS: 6, Gaststudierendenverzeichnis, Studium Generale, Erweiterungsbereich, Modulstudium
Termine:
Di, 16:00 - 18:00, OK8/01.26
Voraussetzungen / Organisatorisches:
Modulzugehörigkeit: Anrechnung der Module nach voriger Absprache (2, 4, 5, 6 ECTS).
Inhalt:
Dichtung als besondere Form der Erkenntnis und Erfahrung jenseits ihres rein ästhetischen, fiktionalen oder rhetorischen Wertes war schon lange im Fokus sowohl klassischer als auch moderner und avantgardistischer Literatur. So nutzte etwa der römische Naturphilosoph Lukrez in De Rerum Natura (Über die Natur der Dinge) zur Vermittlung seiner atomistischen Lehre die poetische Form; noch im modernen Zeitalter beriefen sich romantische und symbolistische Dichter auf den Stellenwert der Dichtung zur naturphilosophischen Erkenntnisgewinnung und avantgardistische Dichter Anfang des 20. Jahrhunderts versuchten, mittels Störung und Brechung poetischer Form die veränderte Wahrnehmung der modernen Welt widerzuspiegeln.

In diesem Seminar werden wir unkonventionelle dichterische Praxen in slavischer (insbesondere russischsprachiger) Dichtung des 20. Jahrhunderts erkunden, die die poetische Form bis zum Paralogischen und Absurden getrieben haben, um deren Erkenntniswert weiter zu stimulieren und die Möglichkeiten des poetischen Mediums zu untersuchen: insbesondere die Dichtung Velimir Chlebnikovs, Aleksandr Vvedenskijs, Arkadij Dragomoshchenkos und Dmitrij Prigovs. Vergleichbare dichterische Experimente aus dem englischsprachigen Raum (Ezra Pound, Charles Olson, Lyn Hejinian) sollen ebenfalls berücksichtigt werden.

Wir wollen Antworten auf folgende Fragen suchen: Kann Dichtung überhaupt ‚Erkenntnis‘ von etwas sein, das durch logische und kommunikative (etwa narrative oder rhetorische) Mittel der Sprache sonst nicht erfasst werden kann? Was für eine Erkenntnis kann der bewusst paralogische Umgang mit dichterischer Form vermitteln? Und schließlich: Wie hängen diese paradoxalen Denk- und Erkenntnisformen von den historischen Gegebenheiten ab?

Von allen Texten liegen deutsche und/oder englische Übersetzungen vor. Das Seminar ist besonders auch für Studierende geeignet, die sich für englischsprachige Lyrik interessieren.
Empfohlene Literatur:
Gabriel, Gottfried (1991): Zwischen Logik und Literatur: Erkenntnisformen von Dichtung, Philosophie und Wissenschaft. Stuttgart: J.B. Metzler.
Hamburger, Käte (1957): Die Logik der Dichtung. Stuttgart: Klett.
Hansen-Löve, Aage A. (2016): Über das Vorgestern ins Übermorgen: Neoprimitivismus in Wort- und Bildkunst der russischen Moderne. Paderborn: Wilhelm Fink.
Misselhorn, C. / Schahadat, S. (Hrsg.) (2011): Erkenntnis und Darstellung. Formen der Philosophie und der Literatur. Paderborn: Mentis.
Perloff, Marjorie (1996): Wittgenstein’s Ladder: Poetic Language and the Strangeness of the Ordinary. Chicago: University of Chicago Press.



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