UnivIS
Informationssystem der Otto-Friedrich-Universität Bamberg © Config eG 
Zur Titelseite der Universität Bamberg
  Sammlung/Stundenplan Home  |  Anmelden  |  Kontakt  |  Hilfe 
Suche:       
Die Präsenzlehre ist derzeit eingestellt. Weitere Informationen und Ausnahmen entnehmen Sie bitte den FAQ-Seiten der Universität.
 
 Darstellung
 
Druckansicht

 
 
 Extras
 
Ausgabe als iCal

 
 
 Außerdem im UnivIS
 
Vorlesungsverzeichnis

Lehrveranstaltungen einzelner Einrichtungen

 
 
Telefon & E-Mail

Personen/Einrichtungen

Räume

 
 
Veranstaltungskalender >>

KulturPLUS-Thementag "Migration und Vielfalt: Herausforderungen und Potenziale für die Schule"

Veranstalter: KulturPLUS | WegE

Freitag, 12.11.2021: 9:00 - 14:30 Uhr; Online-Meeting

Die Gründe für Migration sind vielfältig, deren Ursachen können wirtschaftlicher, politischer, kultureller, religiöser, demographischer, geographisch-klimatischer oder familiärer Natur sein. Kriege oder Verfolgungen aller Art, Armut oder Arbeitslosigkeit, aber auch die Erschließung neuer ‚Welten‘, attraktiver und innovativer Arbeitsmärkte oder Bildungslandschaften sowie die Einwerbung von qualifizierten Arbeitskräften können Migrationsbewegungen auslösen oder forcieren. Und obwohl der Mensch – aus anthropologischer Sicht – als ‚ewiger Migrant‘ und Migration als ur- und allgemeinmenschliches Phänomen verstanden wird, werden Migrationsprozesse wie deren Akteure nicht selten einseitig aufgefasst und mitunter radikal polarisierend wahrgenommen: Je nach Kulturraum und Zeit schreibt man MigrantInnen eine Art Hyper-Weltgewandtheit und erhöhte Anpassungsfähigkeit zu, mal bemitleidet man sie als förderungs- und integrationsbedürftige MitbürgerInnen, im Extremfall betrachtet man sie als etwas Störendes oder gar Bedrohliches. In jedem Fall – handelt es sich um willkommenes Humankapital oder um geduldete Gäste – machen sowohl MigrantInnen als auch Ansässige bei Mobilitätsvorgängen das Spiel um Annäherung und Distanz sowie um (Neu-)Definitionen des Fremden und des Eigenen durch: Beide Seiten werden unweigerlich kulturellen Diversifizierungs- und Hybridisierungsprozessen unterzogen, und kulturelle Praktiken gewinnen beim Gelingen oder Scheitern einer solchen migrationsbedingten Interaktion an entscheidender Bedeutung.
Wie können Geistes- und Kulturwissenschaften zu einem ausgewogenen und reflektierten Umgang mit Migration beitragen? Was kann kulturelle Lehrerinnen- und Lehrerbildung tun, um bei Migrations- und Diversifizierungsprozessen eine produktive Wende zu bewirken und deren positive Auswirkungen zu erzielen? Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sollten im Rahmen kulturbezogener universitärer Lehrerinnen- und Lehrerbildung zukünftigen Lehrkräften vermittelt werden, damit sie eine geglückte Migrationsgesellschaft mitgestalten können? – Der KulturPLUS-Thementag stellt sich diesen Fragen und Herausforderungen. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Lehramtsstudierende aller Schularten und aller Fachrichtungen sowie (als Fortbildung) an LehrerInnen und alle Studierenden.

ZEITPLAN

BLOCK I: 09:00 – 10:30 UHR

Prof. Dr. Daniel Göler (Universität Bamberg)
Geographien der Migration nach und in Europa (Vortrag)
Der Beitrag positioniert Deutschland und Europa im Kontext globaler Migration. Darauf aufbauend wird Migration im Spiegel des demographischen Wandels und von Diversität diskutiert und Migration im lokalen Zusammenhang Bambergs thematisiert.

Prof. Dr. Marc Redepenning (Universität Bamberg)
Wer wandert eigentlich wohin und wieso? Binnenwanderungen zwischen Stadt und Land in Deutschland (Vortrag)
Neben der internationalen Migration mit ihren bedeutenden Herausforderungen im Bereich einer klugen Integration von Menschen in neue gesellschaftliche Zusammenhänge ist es gerade der (oft an eine internationale Migration anschließende) Prozess der Binnenmigration, der das Raumsystem der Bundesrepublik Deutschland in unterschiedlichster Weise prägt. Dazu gehören wesentlich die komplexen Muster der Stadt-Land-Wanderungen. Sie können aber nicht untersucht werden, wenn nicht einzelne soziodemographische Gruppen identifiziert werden, die die Wanderungsprozesse tragen. Ausgewählte Gruppen sowie die Konsequenzen ihrer Wanderungsprozesse für die lokale Entwicklung (z. B. im Bereich zivilgesellschaftliches Engagement) werden in diesem Vortrag genauer angeschaut: BildungswanderInnen, Rückkehrende, Raumpioniere und Kreative, Ruhestandswandernde. Bezüge zur Integration der Aspekte in schulische Lehrpläne (insb. der Geographie) werden im Vortrag hergestellt.

BLOCK II: 10:40 – 12:10 UHR

Prof. Dr. Friedrich Heckmann (Universität Bamberg)
Methoden der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund (Vortrag)
Der Vortrag befasst sich mit der (sozialen) Ungleichheit bei der Bildung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund in Europa. Mit Rückgriff auf empirisches Datenmaterial und dessen Erkenntnisse werden die gegenwärtige Situation der Untersuchungsgruppe in den Bildungssystemen und den Schulen beleuchtet, aktuelle Erklärungsansätze für die Ist-Situation dargestellt sowie die Bildungspolitik mitsamt ihren Maßnahmen kritisch analysiert. Im ersten Schritt werden zunächst (1) die Lage der SchülerInnen aus Migrantenfamilien in den Bildungssystemen beschrieben und (2) Erklärungen für die schwachen Schulleistungen auf der Meso- und Makroebene erläutert. Auf dieser Grundlage werden im zweiten Schritt sodann die Bildungspolitik, -programme und -maßnahmen zur Verbesserung der Lernmöglichkeiten untersucht. In diesem Zusammenhang gilt das Augenmerk (1) der Sozialpolitik, (2) dem Lehrpersonal, (3) den Schulangeboten, (4) der individuellen Unterstützung, (5) der Antidiskriminierungspolitik sowie (6) dem Spracherwerb und sozialen Integration. Die Untersuchung schließt mit einer Reihe von Schlussfolgerungen und Empfehlungen, adressiert an die Kompetenzträger der Schul- und Bildungspolitik.

Claudia Köhler (Farafina Institute)
Bildung Geflüchteter: Erfahrungen während Covid-19-Schulschließungen und Ansätze ganzheitlicher Bildung (Vortrag)
Geflüchtete sind in ihrer Bildung mit besonderen Bedingungen konfrontiert, die für den Schulalltag Herausforderungen darstellen und während der Covid-19-bedingten Schulschließungen auf verstärkte Weise deutlich wurden. Modelle ganzheitlicher Bildung tragen das Potenzial, den besonderen Bedürfnissen Geflüchteter gerecht zu werden. Der Beitrag betrachtet die Auswirkungen der Schulschließungen auf die Bildung Geflüchteter und stellt Modelle ganzheitlicher Bildung vor, deren Ziel es ist, Bildungsgerechtigkeit zu ermöglichen.

Kathrin Lotter (Universität Bamberg)
Auswirkungen von Flucht auf Kinder und Jugendliche: Einblicke in die Erfahrungen Geflüchteter (Vortrag)
Der Vortrag beleuchtet exemplarisch, unter welchen Bedingungen Migration, und im Besonderen Fluchtmigration, stattfindet und was dies für geflüchtete Kinder und Jugendliche bedeutet. Hierzu werden Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt HumMingBird präsentiert, welches die Wege und damit einhergehende Erfahrungen von MigrantInnen untersucht, die abseits legaler Zuwanderung nach Europa gekommen sind. Ein besonderer Fokus des Vortrages liegt auf Erfahrungen, welche die Integration von Kindern und Jugendlichen beeinflussen können, und soll somit zum besseren Verständnis gegenüber migrierten Kindern und Jugendlichen beitragen.

BLOCK III: 12:40 – 13:40 UHR

Severine-Isabel Martin (Grundschule Haßfurt)
Ute Hofmann (Udo-Lindenberg-Mittelschule Mellrichstadt)
Eine Familie mit drei Kindern immigriert nach Deutschland... (Vortrag & Erfahrungsbericht)
Eine Familie mit drei Kindern im Alter von 5, 8 und 12 Jahren immigriert nach Deutschland. Welche Möglichkeiten bietet das bayerische Schulsystem zum Erlernen der deutschen Sprache? Der Vorkurs 240, die DeutschPLUS-Förderung und die Deutschklasse stellen das Gerüst in der Grund- und Mittelschule zum Deutschspracherwerb dar. Anhand einer Beispielfamilie werden die unterschiedlichen Wege sowohl im Spracherwerb als auch in der Schullaufbahn vorgestellt. Je nach Eintrittsalter in das bayerische Schulsystem treten verschiedene Gesetze in Kraft, die den Schulweg explizit beeinflussen.

EXPERTENGESPRÄCH: 13:40 – 14:30 UHR

Kontakt: Hlukhovych, Adrianna
Projektgruppe WegE - Qualitätsoffensive Lehrerbildung
Telefon 3192, E-Mail: adrianna.hlukhovych@uni-bamberg.de

UnivIS ist ein Produkt der Config eG, Buckenhof