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Veranstalter: ZLB-Arbeitsbereich "Kultur und Bildung" Mittwoch, 20.5.2026: 14:00 - 19:00 Uhr; M3N/00.26Wir sind gewohnt, Karten in unterschiedlichen Settings, meist unhinterfragt, zu benutzen: bei der Suche nach unbekannten Orten oder noch unentdeckten Destinationen, zur Orientierung auf Reisen und bei der Navigation, bei der Routenplanung oder auch in Lern- und Lehrkontexten – um Topografien, Landschaften, historische, politische oder soziokulturelle Inhalte und Zusammenhänge zu veranschaulichen und zu interpretieren. Doch Karten waren und sind keine neutralen Werkzeuge der Wissensproduktion und -vermittlung. Sie sind Abbildungen und Instrumente der Macht, die bestimmte Perspektiven auf Räume und Raumkonstellationen repräsentieren. Karten dien(t)en einerseits der Erschließung, Strukturierung und Analyse der räumlichen Informationen, andererseits aber auch der Kontrolle, Beherrschung oder Eroberung von (neuen) Territorien – sei es auf dem Kriegsfeld oder im Klassenzimmer.
Kritisches Kartieren ist eine forschende, künstlerische und aktivistische Praxis, die darauf abzielt, die in Karten festgehaltenen Perspektiven, Hierarchien und Machtverhältnisse zu analysieren und zu hinterfragen, alternative Sichtweisen auf Raumkonstruktionen anzubieten und dadurch andere Wirklichkeiten hervorzubringen. Kritisches Kartieren fördert Selbstbestimmung: Es berücksichtigt marginalisierte Perspektiven und eröffnet emanzipatorische Handlungsräume, um bestehende Realitäten zu verändern. Es setzt sich immer mit dem Medium ‚Karte‘ an sich kritisch auseinander.
Der Maker-Tag reflektiert Karten und kritisches Kartieren als soziokulturelle und mediale Phänomene, führt in die Praxis des kritischen Kartierens ein und diskutiert es als Format des forschenden Lernens und Lehrens in Bezug auf unterschiedliche (Unterrichts-)Fächer und Wissenskulturen.
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