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Ringvorlesung "Sprache.Macht.Geschlecht. Wie bestimmen Geschlecht und Gender das soziale Miteinander, die sprachliche Interaktion und das private wie berufliche Leben - und umgekehrt?"

Veranstalter: Frauenbüro, Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft, KulturPLUS | WegE

Dienstag, 11.5.2021: 18:15 - 19:45 Uhr; Online-Webinar

Gender und Sex als Denk-Kategorien in der Antike (Sabine Vogt)

Bereits in der frühgriechischen Naturphilosophie des 6. Jh. v. Chr. wurden die Phänomene der Welt gerne in binären Oppositionen beschrieben und analysiert. Dabei werden an sich wertneutrale Gegensatzpaare wie ‘rechts – links’, ‘oben – unten’, ‘trocken – feucht’, ‘hart – weich’ und eben auch ‘männlich – weiblich’ schon früh mit Werturteilen wie ‘stark – schwach’ oder ‘gut – böse’ korreliert. Aristoteles führte im 4. Jh. v. Chr. in seinen umfangreichen Schriften zu Zoologie, Biologie und Physiologie die Kategorien ‘männlich’ und ‘weiblich’ auch zur Beschreibung von Charaktereigenschaften ein – besser gesagt: von anthropozentrischen Charakter-Zuschreibungen. Nach dieser Vorstellung kann es beispielsweise in der Tierwelt „männliche Löwenweibchen“ und „weibliche Panthermännchen“ geben und ebenso unter den Menschen „weibliche Männer“ und „männliche Frauen“. Damit finden wir bei ihm erstmals eine neue Denk-Kategorie mit weitreichenden Folgen: das gesellschaftsbestimmte ‘gender’ im Kontrast zum biologischen ‘sex’.

Kontakt: Bamberg-Reinwand, Johanna
Frauenbeauftragte der Universität
Telefon 0951/8631244, Fax 0951/8634244, E-Mail: frauenbuero.frauenbeauftragte@uni-bamberg.de

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