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Das Veranstaltungsangebot steht wegen Corona unter Vorbehalt und wird derzeit in UnivIS nicht unbedingt aktualisiert. Bitte informieren Sie sich zusätzlich auf der Homepage der jeweiligen Einrichtung über die von Ihnen gesuchte Lehrveranstaltung! Die Vorlesungszeit im WS 2020/2021 beginnt am 2. November 2020 und endet am 12. Februar 2021.
 
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  Übung/Einführung II: Else Lasker-Schüler [Import]

Dozent/in
Julia Ingold

Angaben
Übung
2 SWS
Studium Generale, KulturPLUS
Zeit und Ort: Mi 14:00 - 16:00, KR12/00.05
Keine Raumreservierung für die Prüfung

Voraussetzungen / Organisatorisches
Zum Ablauf der Veranstaltung im Sommersemester beachten Sie bitte die Hinweise im entsprechenden VC-Kurs.

Teilnahmevoraussetzungen: Abgeschlossenes Basismodul NDL.
Darüber hinaus gelten für alle Studiengänge die in den jeweiligen Prüfungsordnungen und Modulhandbüchern festgelegten Zulassungsvoraussetzungen.
Anmeldung/Abmeldung vom 30. März 2020, 10:00 Uhr bis 8. Mai 2020, 23:59 Uhr im FlexNow!
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt.
Für Studienortwechsler, Erasmusstudenten sowie Studierende, die den Leistungsnachweis zur baldigen Prüfungsanmeldung benötigen, werden im begrenzten Umfang Plätze freigehalten. Bei Überbuchung des Seminars fällt die Entscheidung über die Teilnahme in Rücksprache mit der Dozentin/dem Dozenten.
Leistungsnachweis: Referat und Hausarbeit (Bearbeitungsfrist: 3 Monate)
Modulzuordnungen:
  • BA Germanistik: Aufbaumodul NdL I (Übung: Referat mit Hausarbeit, 4 ECTS)
  • LA Deutsch: Aufbaumodul NdL I (Übung: Referat mit Hausarbeit, 4 ECTS)
  • BA Berufliche Bildung/Fachrichtung Sozialpädagogik mit Unterrichtsfach Deutsch: Aufbaumodul NdL I (Übung: Referat mit Hausarbeit, 4 ECTS)
  • BA BWL, Studienschwerpunkt WiPäd II, Unterrichtsfach Deutsch: Aufbaumodul NdL I (Übung: Referat mit Hausarbeit, 4 ECTS)
  • MA WiPäd: Bachelor-Aufbaumodul NdL I (Übung: Referat mit Hausarbeit, 4 ECTS)

Zusätzlich zu den üblichen Modulzuordnungen:
  • Lehramtsstudiengänge RS/Gym: Kulturelle Bildung. Grundlagenmodul A
  • M. Ed. Berufliche Bildung: Kulturelle Bildung. Grundlagenmodul B
  • Studium Generale (2-4 ECTS-Punkte)

Inhalt
„Ich, die Dichterin von Arabien, Prinzessin von Bagdad, Enkelin des Scheiks, ehemaliger Jussuf von Aegypten, Deuter der Aehren, Kornverweser und Liebling Pharaos, verleihe dem großen Essayisten Rudolf Kurtz den Elephantenorden mit dem Smaragd und die schwarze Krokodilzähnenkette erster Klasse.“ (Else Lasker-Schüler, 1911)

Else Lasker-Schüler wird 1869 in Elberfeld bei Wuppertal geboren und verstirbt 1945 in Jerusalem. Sie ist eine deutsch-jüdische Künstlerin. Zu ihren Werken zählen Gedichte, Dramen, Romane, Briefe, Essays, Kurzprosa, Graphiken, Gemälde und Performances. Das Thema all ihrer Dichtung ist im Grunde sie selbst. Sie ist Autorin, Erzählerin und Hauptfigur, wie oben in dem Zitat. Sie erschafft „Theben“ als Schauplatz in einem synthetischen Orient, wo Judentum, Islam und Christentum zu einer archaischen Märchenwelt verschmelzen. Sie selbst herrscht dort als Prinz Jussuf oder der Malik, manchmal auch als Prinzessin Tino von Bagdad oder Häuptlingstochter Pampeia. Theben ist zugleich das Berlin des frühen 20. Jahrhunderts, deshalb kann ‚die Dichterin von Arabien’ dem realen Berliner Essayisten Rudolf Kurtz ihren imaginären Elephantenorden verleihen. Lasker-Schüler stellt im Alltag ihre Alter Egos kostümiert performativ dar, unterzeichnet Briefe mit deren Namen und hält Hof im Kaffeehaus. Neben dieser avantgardistischen Selbstinszenierung geraten die Werke Lasker-Schülers, die aus einem klassischen Dichtungsverständnis heraus entstehen, oft in den Hintergrund. Ihre einzelnen Texte und ihr Gesamtwerk sind hochkomplex und anspielungsreich komponiert. Es herrscht darin eine faszinierende Spannung zwischen Moderne und Tradition. Wir wollen uns deshalb im Seminar ihrer Prosa, ihren Dramen und Gedichten widmen. Zudem werden wir ihre Graphiken im Blick behalten. Am Ende des Kurses sollten Sie einige Schlüssel zum Verständnis dieser unverdient unbekannten Künstlerin in Händen halten.

Empfohlene Literatur
Zur Vorbereitung sollten Sie mindestens schon lesen: Lasker-Schüler: Mein Herz, Hebräische Balladen, Der Wunderrabbiner von Barcelona, IchundIch.

Die Kritische Ausgabe von Lasker-Schülers Werken und Briefen, die zwischen 1996 und 2010 beim Jüdischen Verlag in Frankfurt am Main erschien, ist sehr zu empfehlen. Band 1 enthält alle Gedichte, Band 2 alle Dramen. Sie finden eine brauchbare Auswahl von Lasker-Schülers Texten auf der Website von Karl Jürgen Skrodzki (http://www.kj-skrodzki.de/lasker.htm), der maßgeblich an der Kritischen Ausgabe beteiligt war. Die Gesammelten Werke, die Ende der 90er Jahre bei Suhrkamp neu aufgelegt wurden, sind editorisch weniger verlässlich. Das graphische Gesamtwerk erfasst der Ausstellungskatalog „Else Lasker-Schüler. Die Bilder“, herausgegeben von Ricarda Dick in Berlin 2010. Es gibt eine wundervolle Online-Ausstellung mit Archivmaterial Lasker-Schülers, ein Gemeinschaftsprojekt der National Library of Israel in Jerusalem und des deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar. Dort sehen sie digitalisierte Graphiken, Manuskripte, Briefe, Korrekturfahnen und vieles mehr: http://dla-sandbox.culture-to-go.de.

Die Standard-Biographie stammt von Sigrid Bauschinger (Else Lasker-Schüler. Eine Biographie. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2006). Interessanter ist Jakob Hessings „Else Lasker-Schüler. ‚... die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte...“, 1987 bei Heyne in München erschienen. Hessing versucht nicht wie Bauschinger aus autobiographisch anmutenden Passagen eine Biographie zu filtern, sondern bettet Lasker-Schülers Schaffen in den größeren Kontext der deutsch-jüdischen Kultur und Geschichte ein. Als Forschungsliteratur ist sehr zu empfehlen Birgit M. Körner: Hebräische Avantgarde. Else Lasker-Schülers Poetologie im Kontext des Kulturzionismus. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2017.

Zusätzliche Informationen
Erwartete Teilnehmerzahl: 20

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