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Einrichtungen >> Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften >> Institut für Romanistik >> Professur für Romanische Kultur- und Literaturwissenschaft >>

  Ü/S/HS: Faszination des Fremden: Exotismus

Dozent/in
Prof. Dr. Kai Nonnenmacher

Angaben
Seminar/Hauptseminar
2 SWS
KulturPLUS
Zeit und Ort: Do 14:00 - 16:00, U5/01.18

Voraussetzungen / Organisatorisches

Modulzuordnung:
Kulturwissenschaft und Literaturwissenschaft Französisch
  • LA/BA: Aufbaumodul
  • LA/BA/MA: Vertiefungsmodul, Profilmodul
  • LA/BA: Propädeutisches Modul
  • LA: Examensmodul
  • MA: Erweiterungsbereich
  • Studium Generale

Leistungsnachweis: Referat/Hausarbeit/mündliche Prüfung (nach Vorgaben der jeweiligen Modulzuordnung).

Anmeldung/Abmeldung vom 1. Oktober 2019 (10:00 Uhr) bis 31. Oktober 2019 (23:59 Uhr) im FlexNow!

Inhalt
Gegenwärtig ist eine lebhafte Diskussion um die Raubkunst aus ehemaligen europäischen Kolonien entbrannt: Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Ökonom und Essayist Felwine Sarr haben dem französischen Präsidenten Macron einen Bericht mit dem Titel „Die Restitution des afrikanischen Kulturerbes: für eine neue Ethik der Beziehungen“ übergeben. Diese Wende im Umgang mit Kunst der Fremde wollen wir aus kultur- und literaturgeschichtlicher Perspektive betrachten:

Im 18. Jahrhundert finden wir Exotismus beispielsweise in Montesquieus „Lettres persanes“, worin zwei persische Aristokraten Briefe aus dem Frankreich des späten Ludwigs XIV. schreiben und damit orientalische und europäische Lebensart in erstaunten Beobachtungen der für sie fremden (und für den Leser so vertrauten) Kultur vorführen. So ist der Roman „eine kunstvoll und elegant vermittelte Kritik an zeitgenössischen Denk- und Lebensweisen“ (Henschen). Zugleich bringt die (aktuell im Staatsexamen geprüfte!) Lektüre von Bernardin de Saint-Pierre, „Paul et Virginie“, den Zivilisationspessimismus seines Freundes Rousseau in eine Geschichte über den edlen Wilden und die entfremdeten Menschen der Moderne.

Anfang des 20. Jahrhunderts intensivierten sich literarische wie ästhetische Formen des Exotismus. Dies hat freilich auch kolonialistische und kulturkritische Gründe, aber auch eine geradezu mythologisierende Faszination gegenüber dem Fremden als Hintergrund. Victor Segalen setzt in seinem „Essai sur l'exotisme“ und in „Les immémoriaux“ den Exotismus des Malers Gauguin in einem heute als ersten antikolonialistischen Werk Text um; so betont Dietrich Harth: „Victor Segalen […] entwarf in fragmentarischer Manier einen ästhetischen Exotismus, der das Fremde nicht verständlich machen, sondern es als Herausforderung gegenüber der eigenen, europäisch vorgeformten Wahrnehmung stehen lassen wollte.“ Spannender noch, wenn sich der senegalesische Dichter und Politiker Léopold Sédar Senghor von der primitivistischen Ästhetik der europäischen Avantgarde inspirieren lässt beim Verfassen seines Konzeptes von „négritude“, diese „Gesamtheit der kulturellen Werte der schwarzen Welt“ ist damit zugleich Versuch der Emanzipation und Ausdruck ausgerechnet des Primitivismus, also nicht der Kunst indigener Völker, der früheren Stammeskunst, denn „der Primitivismus ist ein Phänomen zuerst der europäischen Moderne, eine moderne Kunstrichtung, die sich von der Kunst der Primitiven anregen lässt“ (Duden, 1973). Diese Ambivalenzen gilt es zu kennen, um die aktuelle Debatte einordnen zu können.

Zusätzliche Informationen
Erwartete Teilnehmerzahl: 20

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