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Gemalte Geschichte - Historienmalerei vom 15. Jahrhundert bis in die klassische Moderne

Dozent/in
Dr. Björn Statnik

Angaben
Seminar
Präsenz
, benoteter Schein
Gaststudierendenverzeichnis, Studium Generale
Zeit und Ort: Do 18:15 - 19:45, KR12/02.01

Voraussetzungen / Organisatorisches
Für Studierende im Bachelor-Studiengang Kunstgeschichte: Basis- und Aufbaumodul Kunstgeschichte der Moderne I, II und der Frühen Neuzeit I, II. Für Studierende im Master-Studiengang Kunstgeschichte: Kunstgeschichte der Moderne II, IV; Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit II, IV.
Die Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen in FlexNow, sowie der Eintrag in die Referatslisten im entsprechenden VC-Kurs ist ab dem 1. Oktober 2021 möglich.

Inhalt
In der Malerei verstand man unter „historia“ ursprünglich ganz allgemein eine szenische Darstellung: mythologische Erzählungen, Ereignisse der christlichen Heilsgeschichte ebenso wie Genre-Bilder. Wiedergaben historisch fassbarer Geschehnisse scheinen jedoch in der Antike extrem selten gewesen zu sein und entwickelten sich als häufig genutztes Sujet erst im Mittelalter zur fürstlichen Selbstdarstellung. Ab dem Spätmittelalter sind solche Gemälde von historischen Begebenheiten – und um solche soll es in diesem Seminar gehen – dann auch vermehrt erhalten. Doch erst im 16. und 17. Jahrhundert entstanden ein eigenes Verständnis und eine Definition sowie schließlich auch eine Kunsttheorie für die Darstellungen real stattgefundener Ereignisse, die dem Betrachter nun exemplarisch das Handeln großer Persönlichkeiten vor Augen führen sollten. Dennoch ist die Historienmalerei nicht nur in ihren (spät-)mittelalterlichen Anfängen, sondern über die gesamte Zeit ihres Bestehens äußerst vielgestaltig: Es existieren Formulierungen lang zurückliegender Begebenheiten in Kostümen der Entstehungszeit der Bilder, quasi historische Rekonstruktionen vergangener Geschehnisse und Wiedergaben zeitgenössischer Vorfälle. Da die Malerei dem Künstler (oder dem Auftraggeber) darstellerische Freiheiten gestattet, können diese Gemälde ebenso reportageartige Treue suchen wie sie die Ereignisse auch im Sinne des Auftraggebers verfälschen können. Im Barock werden sie zudem oft mit Personifikationen allegorisch aufgeladen und vermögen die Herrschenden ebenso panegyrisch zu überhöhen wie sie – im 19. und 20. Jahrhundert – auch als politische Kritik und Anklage genutzt werden. Im 19. Jahrhundert tritt auch der einzelne „Held“ gegenüber der (handelnden) Gemeinschaft – dem Volk – zurück. Diese enorme formale wie auch inhaltliche Spannbreite der Historienmalerei soll in diesem Seminar an ausgesuchten Beispielen und Werkkomplexen über fünfhundert Jahre hinweg betrachtet und untersucht werden.

Empfohlene Literatur
Fleckner, Uwe (Hrsg.): Bilder machen Geschichte. Historische Ereignisse im Gedächtnis der Kunst, o.O. 2014. Hager, Werner: Geschichte in Bildern. Studien zur Historienmalerei des 19. Jahrhunderts, Hildesheim 1989. Mai, Ekkehard (Hrsg.): Historienmalerei in Europa. Paradigmen in Form, Funktion und Ideologie, Mainz 1990. Schneider, Norbert: Historienmalerei. Vom Spätmittelalter bis zum 19. Jahrhundert, Köln, Weimar, Wien 2010. Triumph und Tod des Helden. Europäische Historienmalerei von Rubens bis Manet (Ausst.-Kat. Köln u. Zürich), hrsg. v. Ekkehard Mai, Mailand 1988.

Englischsprachige Informationen:
Title:
Painted history - history painting from the 15th century to classical modernism

Credits: 8

Institution: Lehrstuhl für Kunstgeschichte, insbesondere für Neuere und Neueste Kunstgeschichte

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