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  Die Apokalypse, in der wir leben – zeitgenössische dystopische Narrative in Literatur, Film, Serien und Videospielen

Dozent/in
Dr. Marco Favaro

Angaben
Seminar
Rein Präsenz
Unterrichtssprache Deutsch, 14 tägig
Zeit und Ort: Di 12:00 - 16:00, U7/01.05

Voraussetzungen / Organisatorisches
Modulzugehörigkeiten des Masters Literatur und Medien:
Medienwissenschaftliche Grundlagen: Seminar (Referat + Hausarbeit, 8 ECTS)
Vergleichende Literatur- und Medienwissenschaft: Seminar (Referat + Hausarbeit, 8 ECTS)
Film- und Bildwissenschaft: Seminar (Referat + Hausarbeit, 8 ECTS)
Erweiterung Film- und Bildwissenschaft: Seminar (Referat + Hausarbeit, 8 ECTS)
Diversität und Medien: Seminar (Referat + Hausarbeit, 8 ECTS)
(Bis Sommersemester 2025: Literatur- Medien- und Kulturtheorie)
Erweiterung Diversität und Medien: Seminar (Referat + Hausarbeit, 8 ECTS)
(Bis Sommersemester 2025: Erweiterung Literatur-, Medien- und Kulturtheorie)
Profilmodul: Übung (Referat, 4 ECTS)

Anmeldung/Abmeldung vom 23.03.2026 (10:00 Uhr) bis 20.04.2026 (23.59 Uhr) über FlexNow und im entsprechenden VC-Kurs.

Inhalt
„The apocalyptic mood has returned to haunt us. [...] We know we are living within the process of the apocalypse. [...] it’s already here, if we choose to look; we can see it clearly“, schreibt Webley (2020, 270–271). Tatsächlich spiegelt die Konjunktur dystopischer Narrative in den letzten Jahren die realen Spannungen, Krisen und Unsicherheiten unserer Gesellschaft wider. Die fiktionalen Dystopien, die wir in Büchern, Fernsehserien, Filmen, Graphic Novels und Videospielen erleben, spiegeln die realen Krisen und Katastrophen wider, von denen wir täglich in den Zeitungen lesen. Es überrascht daher nicht, dass die Dystopie eine direktere Verbindung zur Wirklichkeit aufweist. Im Gegensatz zur Utopie, die ihrer Etymologie als „guter Ort“ (eu-topos) und zugleich „Nicht-Ort“ (ou-topos) treu bleibt, bildet nach Muzzioli (2021, 41) gerade die reale „dystopische“ Welt den Hintergrund, vor dem sich die Utopie abhebt.

Seit mehreren Jahrzehnten leben wir in einem Zustand permanenter Krise: ob wirtschaftlicher, sozialer oder klimatischer Natur, verursacht durch Kriege oder Pandemien, durch Massenmigration oder durch den wachsenden Konsens für extremistische Parteien – sie stellt längst nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel dar. Auf globaler Ebene sehen wir uns zudem mit der Angst vor Terrorismus, weltweiten Pandemien, Kriegen und Völkermorden konfrontiert, die die Furcht vor einer globalen Eskalation nähren und die Angst vor einer atomaren Apokalypse neu beleben. Gleichzeitig werden wir unablässig an die drohende Klimakatastrophe erinnert. Die ökologische Katastrophe ist vermutlich die wichtigste Inspirationsquelle für gegenwärtige dystopische Erzählungen. Bould schreibt, dass “the Anthropocene is the unconscious of ‘the art and literature of our time’” (2021, 15).

Dieses Seminar richtet den Fokus auf die popkulturellen Ausdrucksformen, die dieses Unbewusste hervorbringen. Ziel ist es, jene dystopischen Narrative zu analysieren, die in den letzten Jahren die westliche Popkulturlandschaft maßgeblich geprägt haben, und sie als Spiegel eines kollektiven Empfindens sowie als Kritik an der Gegenwartsgesellschaft zu lesen. Dystopie kann viele Formen annehmen. Im Verlauf des Seminars werden insbesondere politische und totalitäre Dystopien, Katastrophenszenarien, Zombie-Apokalypsen, technologische Dystopien sowie feministische, antikapitalistische und gesellschaftskritische Dystopien berücksichtigt.

Empfohlene Literatur
Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus, München 2011.
Roy Baumeister: Evil: Inside Human Violence and Cruelty, New York 2001.
Mark Bould: The Anthropocene Unconscious: Climate Catastrophe Culture, London 2021.
Deborah Christie, Sarah Juliet Lauro (Hrsg.): Better Off Dead: The Evolution of the Zombie as Post-Human, New York 2011
Gregory Claeys: Dystopia: A Natural History, Oxford 2017.
Daniel Dinello (2010). Technophobia!: Science Fiction Visions of Posthuman Technology, Austin 2010
Mahoney, Elizabeth. “Writing So to Speak: The Feminist Dystopia” in Image and Power: Women in Fiction in the Twentieth Century, London 1996.

Englischsprachige Informationen:
Title:
The apocalypse we live in – contemporary dystopian narratives in literature, film, series, and video games

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